Ratgeber
So sparst du bares Geld: 15 Verträge, die fast jeder zu teuer bezahlt
Von der KFZ-Versicherung über Handytarife bis zum Kontomodell: 15 typische Kostenfallen im Haushalt — und ob Kündigen, Wechseln oder Verhandeln der beste Ausweg ist.
Stand: 10.7.2026 · Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Die großen drei: hier liegt das meiste Geld
KFZ-Versicherung: Der Klassiker. Wer jahrelang nicht gewechselt hat, zahlt oft deutlich über dem Marktpreis für identische Leistung. Stichtag für die meisten Verträge: Kündigung bis 30.11. zum Jahresende. Ab Oktober vergleichen, dann kündigen oder mit dem Vergleichsangebot beim eigenen Versicherer verhandeln.
Strom und Gas: Nach Auslaufen des Neukunden-Bonus rutschen viele Tarife ins Teure. Prüfen, was du pro kWh zahlst, mit aktuellen Angeboten vergleichen — und daran denken: Nach jeder Preiserhöhung besteht ein Sonderkündigungsrecht (§ 41 Abs. 5 EnWG), unabhängig von der Laufzeit.
Internet und Mobilfunk: Alte Tarife sind fast immer schlechter als aktuelle — mehr Geld für weniger Datenvolumen. Nach der Erstlaufzeit sind diese Verträge monatlich kündbar (§ 56 Abs. 3 TKG). Der Anruf mit Kündigungsabsicht endet hier besonders oft in einem besseren Angebot; wie das seriös abläuft, steht im Verhandeln-Ratgeber.
Abos und Mitgliedschaften: klein, aber viele
Streaming im Doppelpack: Zwei Video- oder Musik-Abos im selben Haushalt, Familien-Tarife, die niemand eingerichtet hat — hier hilft die einfache Frage, was tatsächlich in den letzten vier Wochen genutzt wurde. Rotieren statt parallel abonnieren spart ohne Verzicht: einen Dienst kündigen, den anderen behalten, nach der Lieblingsserie tauschen.
Fitnessstudio: Wer seit Monaten nicht war, zahlt den teuersten Sport der Welt. Kündigen (nach Erstlaufzeit meist mit Monatsfrist) — oder erst nach einer Pausierungs-Option fragen, wenn die Rückkehr realistisch ist.
Cloud-Speicher und Software-Abos: Nach dem Gerätewechsel vergessen, doppelt vorhanden (Speicher bei zwei Anbietern) oder überdimensioniert. Herabstufen geht bei den meisten Diensten verlustfrei; App-Store-Abos direkt in den Store-Einstellungen kündigen.
Zeitschriften- und Zeitungs-Abos: Print-Abos laufen oft Jahre nach dem letzten Lesen weiter. Viele Verlage bieten günstigere Digital-Varianten — oder das Abo endet ganz und der Kiosk-Kauf deckt den Rest.
Kundenkarten und Shopping-Abos mit Jahresgebühr: Prime & Co. rechnen sich nur bei regelmäßiger Nutzung. Einmal im Jahr gegenrechnen: Gebühr vs. tatsächlich genutzte Vorteile.
Versicherungen: Überschneidungen und Altlasten
Handy- und Geräteversicherungen: Oft teuer im Verhältnis zum Gerätewert und voller Ausschlüsse — vieles davon deckt eine gute Hausratversicherung ohnehin ab. Doppelabsicherung kündigen.
Reisegepäck-, Glas-, Insassenunfall-Versicherung: Klassiker mit fragwürdigem Preis-Leistungs-Verhältnis, häufig als Beigabe verkauft. Prüfen, ob der Schutz real gebraucht wird.
Haftpflicht und Hausrat: Nicht kündigen — aber alle paar Jahre den Tarif vergleichen. Gleiche Leistung gibt es oft spürbar günstiger; hier ist der Wechsel der Sparhebel, nicht der Verzicht. Vorsicht dagegen bei alten Lebens- und privaten Krankenversicherungen: Die kündigt man fast nie leichtfertig — warum, steht im Ratgeber „Wann du nicht kündigen solltest".
Banken und Konten
Kontoführungsgebühren: Viele zahlen monatlich für ein Kontomodell, dessen Leistungen sie nicht nutzen. Modell wechseln oder Bank wechseln — der Kontowechsel ist dank gesetzlicher Wechselhilfe (§§ 20 ff. ZKG) einfacher als sein Ruf.
Kreditkarten mit Jahresgebühr: Lohnt sich nur, wenn die Zusatzleistungen (Versicherungen, Lounges, Cashback) real genutzt werden. Sonst auf eine gebührenfreie Karte umsteigen und die alte kündigen.
Depot- und Verwahrgebühren: Bei Altbanken oft happig, bei Direktbanken und Brokern meist null. Ein Depotübertrag ist kostenlos und der Anbieter erledigt ihn für dich.
Wie du priorisierst
Nicht alle 15 auf einmal: Sortiere nach Jahresbetrag und fang oben an. Ein KFZ-Wechsel oder ein neuer Energietarif bringt häufig mehr als fünf gekündigte Klein-Abos zusammen. Für die systematische Bestandsaufnahme aller Posten gibt es die 30-Minuten-Abo-Inventur; für die Frage „kündigen oder lieber wechseln/verhandeln?" die jeweiligen Ratgeber.
Häufige Fragen
- Ist Wechseln nicht genauso viel Aufwand wie Kündigen?
- Meist weniger: Bei Energie, KFZ-Versicherung und Banken übernimmt der neue Anbieter in der Regel die Kündigung bzw. den Wechselprozess. Du schließt nur den neuen Vertrag — den Rest erledigt der Anbieter, der dich gewinnen will.
- Was bringt am meisten, wenn ich nur eine Sache mache?
- Statistisch: die KFZ-Versicherung vor dem 30.11. vergleichen und wechseln oder nachverhandeln. Danach Energie und Telekommunikation. Die Abo-Kleinposten sind die Kür.
Brauchst du persönliche Beratung? Die Verbraucherzentralen helfen kostenlos.